Der Kaiser und ich
Georg Schmid, 10 Jahre
VS Vasoldsberg

Mein Name ist Pia Pfiffig. Ich bin zehn Jahre alt. In meiner Freizeit lese ich gerne aufregende Wissensgeschichten.

Letzten Montag entdeckte ich in unserer Schulbibliothek ein neues Buch über die Habsburger. Ich setzte mich damit auf die Couch. Neugierig schlug ich das Buch auf. Die erste Seite zeigte ein Bild von Leopold I. Der Kaiser trug eine gelockte, schwarze Perücke. Er hatte ein rot-goldenes Theaterkostüm angezogen. Besonders auffallend war sein Kopfschmuck mit roten Federn. Begeistert wollte ich die Federn angreifen. Plötzlich spürte ich sie in meiner Hand. Der Kaiser schaute mich ernst an. Dann rief er: „Du trägst nicht das Kostüm der Galatea! Schnell, zieht sie um!“ Zwei Diener eilten herbei. Sie zwängten mich in ein Schnürmieder und einen Reifrock. Darüber legten sie mir ein reich besticktes Kleid an. Dann setzte mir ein Diener einen Kopfschmuck mit Federn auf. Vor Verwunderung brachte ich kein Wort heraus. Der Kaiser jubelte: „Bravo! Das Theaterstück kann beginnen!“ Die Musikkapelle begann zu spielen. Leopold I. schlüpfte in die Rolle des Acis. Er fing an zu singen. Zu meinem Erstaunen konnte ich die italienische Oper verstehen. Wie durch Zauberei stimmte ich in den Gesang mit ein. Als das Schäferstück zu Ende war, klatschten alle Zuschauer Beifall. Ich verbeugte mich tief. Plötzlich verlor ich das Gleichgewicht und stürzte zu Boden. Als ich meine Augen wieder öffnete, lag ich auf der Couch in der Schulbibliothek. Meine Lehrerin, Frau Haiden, saß neben mir. Sie meinte: „Du warst eingeschlafen. Ich musste dich wachrütteln.“ Da erzählte ich ihr von meinem sonderbaren Traum.