Ein tierischer Fall für Stella Superella
Marlen Klein, 10 Jahre
VS Kapfenstein

Es war noch sehr früh am Morgen. Stella lag noch im Bett, als es an der Tür läutete. „Wer weckt mich nur so früh?“, dachte sie sich verblüfft. Schnell sprang sie aus dem Bett, zog sich ihren Morgenrock über und stolperte schlaftrunken die Treppe hinunter. Unten angekommen öffnete sie die Tür. Vor der Tür stand Pirat Harald Holzbein mit trauriger Miene. „Oh Stella, bitte hilf mir!“, flehte der Pirat. „Ich wurde beraubt. Meine wunderschöne Goldkette ist verschwunden. Vorhin habe ich sie aus der Vitrine geholt und das schöne Stück stolz betrachtet. Dann habe ich sie zurück in die Vitrine gelegt und bin danach meine morgendliche Schwimmrunde im Meer geschwommen. Als ich zurückkam, war sie weg, einfach weg!“, schluchzte er. „Ich Dummkopf muss die Vitrine nicht richtig zugemacht haben, außerdem stand das Bullauge weit offen. Bestimmt ist dieser schreckliche Dieb durch das Bullauge ins Schiff geklettert und hat meine Goldkette gestohlen.“ „Keine Sorge“, tröstete ihn Stella. „Ich bin Stella Superella und für mich ist kein Fall zu groß. Denn schon meine Ururururgroßmutter war eine Meisterdetektivin!“

Schnell rannte sie los, zog sich an, packte ihren Detektivkoffer und folgte Harald Holzbein zu seinem Piratenschiff. „Hier muss er reingekommen sein“, meinte Harald und deutete auf das Bullauge. Das ist aber sehr hoch, da muss aber wer sehr sportlich gewesen sein!“, stellte Stella fest. Mit ihrer Lupe begann Stella vorm Schiff nach Spuren zu suchen. Als sie da nichts Verdächtiges finden konnte, ging sie mit Harald ins Schiff und suchte dort weiter nach Hinweisen. Plötzlich bemerkte sie, dass am Boden unter der Vitrine eine schwarz-weiße Feder lag. Sie hob sie hoch und murmelte: „Die Feder kommt mir bekannt  vor. Komm, Harald, ich glaube, ich kenne den Dieb“, rief Stella. Stella führte Harald in den Park zur alten Eiche. Hoch oben auf der Eiche thronte das Elsternest. „Glaubst du echt, dass eine Elster meine Goldkette geraubt hat?“, fragte Harald skeptisch. Stella nickte und meinte, dass Elstern für ihre diebische Art sehr bekannt seien. Sie blickte den langen Stamm hoch und murmelte: „Ich frage mich nur, wie wir da hoch kommen sollen?“ Harald überlegte: „Wir könnten doch Hexe Conny Clax um Hilfe bitten, mit ihrem Hexenbesen dürfte es kein Problem sein, nach oben zu kommen.“ „Das ist eine großartige Idee, Harald!“, rief Stella und eilte schon davon in Richtung Conny Claxs Hexenhäuschen. Conny Clax war gerade dabei, einen Zaubertrank zu brauen, als Stella in ihr Häuschen stürmte. Als Stella ihr von ihrem Problem berichtete, ließ sie alles stehen und liegen und folgte Stella sofort in den Park. Dort stieg Conny auf ihren Besen und flog hoch zum Nest. „Oh, da sind ja allerlei Sachen im Nest!“, rief Conny und wollte ins Nest greifen. Da hörte man von oben plötzlich ein lautes Krächzen und eine Elster flog im Sturzflug auf Conny los. Conny erschrak so sehr, dass sie sich nicht mehr  halten konnte und mit ihrem Besen in das Gebüsch stürzte. Sofort liefen Stella und Harald zu ihr. „Alles in Ordnung?“, fragte Stella erschrocken. Conny rappelte sich auf: „Alles okay“, sagte sie und putzte sich die Blätter vom Kleid. Die Elster hatte sich in ihr Nest gesetzt und blickte grimmig zu den dreien hinunter.

„So geht das nicht“, jammerte Stella. „Bekomme ich meine Goldkette jetzt nie wieder?“, fragte Harald traurig. Gedankenverloren blickte Stella zum Elsternest hoch, als sie plötzlich grinsend sagte: „Ich habe eine Idee. Wartet hier kurz, ich komme gleich wieder.“ Blitzschnell rannte Stella zu ihrem Haus und kramte dort in ihrer Verkleidungskiste und zog eine wunderschöne Prinzessinnenkrone heraus. Schnell rannte sie mit der Krone zu den anderen zurück. „Hier!“, rief sie und hielt die Krone in die Luft. „Sieh mal liebes Elsterlein, was ich hier habe!“, flötete Stella. Als die Elser die Krone sah, begannen ihre Augen zu leuchten und sie konnte nicht widerstehen und flog blitzschnell auf Stella zu. Stella rannte mit der Krone davon und die Elster folgte ihr. Conny nutzte sofort die Gelegenheit und flog erneut zum Nest hoch. „Ich sehe die Kette und da ist auch Fynns Halsband, das ich ihm zum Geburtstag geschenkt habe und Stellas Armbanduhr!“, rief Conny. „Pass auf Conny, die Elster kommt schon wieder zurück!“, brüllte Harald schon von unten. Schnell schnappte sich Conny die Sachen und flog zum Boden zurück, bevor sich die Elster zufrieden mit der Krone im Schnabel zurück ins Nest fallen ließ. Glücklich fielen sich Stella, Conny und Harald in die Arme. „Hab ich ein Glück, dass ich so gute Freunde habe!“, juchzte Pirat Harald Holzbein.