Die verschwundene Brille
Vincent Wernhart, 10 Jahre
Hausunterricht

Die Detektivin Stella Superella ging gerade von der Geburtstagsparty ihrer Freundin Pia zurück nach Hause. Es war zwei Uhr früh und noch stockfinster. Auf einmal hörte sie jemanden leise murmeln. „So ein Mist. Was soll ich denn jetzt nur tun?“ Stella blieb stehen und fragte: „Kann ich dir helfen?“ Da lief die Person wie der Blitz davon und verschwand in der Dunkelheit. Nachdenklich öffnete die Detektivin das Tor zu ihrem Garten. Dann wollte sie die Haustür aufsperren, aber sie konnte den Schlüssel nicht finden. Sicher war er in einer ihrer vielen Jackentaschen versteckt. Stella hatte keine Lust, den Schlüssel weiter zu suchen und beschloss, sich auf die Gartenliege zu legen. Sie nahm die Brille ab und schlief sofort ein. Es war schon beinahe Mittag, als Stella wieder erwachte. Munter tastete sie nach ihrer Brille, ohne die sie nur sehr verschwommen sah. „Wo ist denn nur wieder dieses verflixte Ding?“ Doch so sehr Stella auch suchte, sie konnte sie einfach nicht finden. Schließlich musste die Detektivin zu dem Schluss kommen, dass die Brille diesmal wirklich verschwunden war. Ratlos setzte sie sich auf die Gartenbank und überlegte, was passiert sein konnte. War es möglich, dass sie die Brille bei der Party vergessen hatte? Nachdenklich ging sie zu Pias Wohnung, wo die Party stattgefunden hatte. Stella befragte alle Menschen, aber niemand hatte die Brille gesehen. Betrübt machte sie sich auf den Heimweg, als sie ihrer alten Nachbarin Hildegard begegnete. „Oh Stella, ohne deine Brille hätte ich dich fast nicht erkannt. Und weißt du, dass du einen kleinen Riss auf deiner Jacke hast?“ Stella wunderte sich, dass Hildegard plötzlich so gut sehen konnte. Auf einmal kam Hildegards Enkel Tom und rief: „Da bist du ja wieder, Oma!“ Stella wusste sofort, dass sie diese Stimme schon einmal gehört hatte. Sie gehörte der Person, der sie letzte Nacht auf der Straße begegnet war. Als Tom Stella sah, wurde er puterrot. In Stellas Gehirn ratterte es und plötzlich wusste sie, wer ihre Brille hatte. Sie fragte: „Warum hast du meine Brille gestohlen?“ Tom stotterte: „Es tut mir so leid, aber ich habe die Brille meiner Oma versehentlich kaputt gemacht. Als ich bei dir vorbei ging, habe ich deine Brille auf dem Gartentisch gesehen und mitgenommen.“ Hildegard nahm sofort die Brille ab und überreichte sie Stella. „Und ich habe mich schon gewundert, dass ich auf einmal solche Adleraugen hatte.“