Der Heilzauber von Wieselsdorf
Elsa Auer, 8 Jahre
VS Preding

„Lirum larum Abenteuer!“, rief Conny Clax fröhlich und sauste auf ihrem Besen durch den Laubwald von Wieselsdorf. Zwischen alten, knorrigen Eichen raschelten die Blätter wie ein leises Zauberlied. In diesem Wald hatten zahlreiche Tiere ihr Zuhause gefunden – Rehe, Füchse, Eulen und kleine Igel. Hoch oben in den Baumkronen glitzerten die Feenhäuser im warmen Abendlicht. Neben Conny flogen ihre Freundinnen: Elsa und Elsas kleine Schwester Emma. Auch Emma war eine kleine Hexe. Ihr Besen war etwas kleiner und flatterte manchmal noch ein wenig schief, doch ihr Herz war voller Zauberkraft. Da hörten sie ein leises Wimmern. Ein junges Rehkitz lag verletzt im Moos, und ein kleiner Fuchs hielt vorsichtig seine Pfote hoch. Selbst die Feen blickten besorgt aus den alten Eichen herab. „Wir helfen“, sagte Elsa entschlossen. Die drei Hexen sammelten heilende Waldminze, leuchtende Sternenwurzeln und ein goldenes Sonnenblatt, das Emma unter einem Farn entdeckte. Jedes Kraut funkelte geheimnisvoll. An ihrer Feuerstelle entzündeten sie das magische Hexenfeuer. Der schwarze Kessel schwebte über den Flammen, während es nach warmem Wald und Sommer duftete. „Die Heilmagie wirkt nur gemeinsam“, sagte Conny leise. Die drei stellten sich im Kreis um das Feuer. Elsa nahm Emmas kleine Hand. Conny legte ihre darüber. Ihre Besen lehnten im Kreis wie stille Wächter. Gemeinsam sprachen sie: „Blatt und Stern im Feuerschein, Heilung zieh ins Herz hinein. Drei Hexen, Hand in Hand, Zauber flieg durchs Wieselland!“ Das Feuer leuchtete hell auf. Feenstaub tanzte durch die Luft. Als sie die warme Creme auftrugen und den goldenen Trank reichten, schlossen sich die Wunden sanft. Das Rehkitz stand wieder auf, und der kleine Fuchs sprang fröhlich davon. Zwischen den alten Eichen klangen wieder glückliche Tierstimmen. Und die drei Hexen wussten: Solange sie zusammenhalten, wird im Zauberwald von Wieselsdorf immer Hoffnung wohnen.